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gepostet am 04.11.2015 von MARE Haus GmbH

Arten von Wärmebrücken

Der Fachmann unterscheidet immer zwischen verschiedenen Arten der Wärmebrücke. Wenn sie dadurch zustande kommt, dass die wärmeabgebende Außenoberfläche größer ist als die wärmeaufnehmende Oberfläche im Hausinneren, spricht man von einer geometrisch bedingten Wärmebrücke. Typisches Beispiel sind hier Gebäudekanten und -ecken. Eine solche Brücke entsteht aber auch durch falsche Konstruktion: Zum Beispiel wenn Materialien, die sehr gut Wärme leiten, äußere Bauteile mit einem höheren Wärmeschutz durchstoßen. Ein schlecht gedämmter Fenstersturz oder eine auskragende Stahlbetonplatte sind materialbedingte Wärmebrücken.

Die sogenannte konstruktive Wärmebrücke ist mit der materialbedingten Wärmebrücke eng verwandt. Allerdings kommt sie weniger durch Nachlässigkeit der Bauherren zustande als viel mehr durch Notwendigkeiten, wie zum Beispiel das Anbringen von Regenrohren in einem WDV (Wärmedämmverbundsystem).

Wärmebrücken mit der richtigen Technik erkennen

Am effektivsten spüren Sie Wärmebrücken an Ihrem Haus durch Thermografie auf. Bei kalter Witterung macht eine Wärmebildkamera eine Außenaufnahme des auf eine bestimmte Temperatur geheizten Hauses. Dem Foto entnehmen Sie dann im Anschluss unterschiedlich warme Bereiche der Gebäudehülle. Kalte, blauliche Farbtöne kennzeichnen logischerweise kalte Stellen. Das heißt, dass in diesen Bereichen nur wenig Wärme von innen nach außen gelangt – das typische Bild, wenn Ihre Außenwand gut gedämmt ist. Hellere, rötlich warm gefärbte Stellen bedeuten, dass hier Heizenergie nach außen verloren geht.

Wärmebrücken beseitigen durch Dämmen

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Eine fachgerechte Konstruktion minimiert beim Hausbau das Risiko, dass Wärmebrücken entstehen. Im Rahmen einer Sanierung lassen sich Wärmebrücken aber auch im Nachhinein – zum Beispiel beim Altbau – durch eine Wärmedämmung noch beseitigen. Unbedingt empfehlenswert ist eine Dämmung zum Feuchteschutz, also wenn Sie Probleme mit Schimmel haben. Am effektivsten ist dabei immer die Außendämmung des Hauses – zum Beispiel in Form einer Kerndämmung oder Perimeterdämmung.

Nicht immer ist die Verkleidung der Fassade möglich und sinnvoll, zum Beispiel wenn Ihr Haus denkmalgeschützt ist. Die Alternative ist dann eine Innendämmung, um ein Gebäude energetisch aufzuwerten und Energiekosten zu sparen. Allerdings hat die Innendämmung den Ruf, Wärmebrücken erst recht zu fördern – zum Beispiel dann, wenn die Geschossdecke mit einer Außenwand verbunden ist. Wollen Sie diese Nachteile vermeiden, sollten Sie hierbei besonders genau auf eine fachmännische Ausführung achten. Fachbetriebe verbinden bei Innendämmungen flankierende Bauteile penibel durch sogenannte Dämmkeile oder wenden eine Flankendämmung an.

Wärmebrücken und Energieeinsparverordnung 2014

Die neueste Fassung der EnEV schreibt zum Erreichen einer möglichst hohen Energieeffizienz in §7 einen gewissen Mindestwärmeschutz bzw. die Vermeidung von Wärmebrücken vor. Die Anforderungen an einen Neubau lauten, dass Sie ein Entweichen der Heizwärme an diesen Stellen so gering wie möglich halten müssen. Bei der Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs muss die ausführende Person, zum Beispiel ein Energieberater, die Wärmebrücken berücksichtigen. Halten Sie die Vorgaben der EnEV ein, bzw. übertreffen Sie sie sogar, haben Sie übrigens auch gute Aussichten auf Fördermittel.

 

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