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gepostet am 02.03.2017 von MARE Haus GmbH

Ursachen für Rissbildungen

Putzrisse entstehen dann, wenn der Putz in seiner Formänderung gestört wird. Es gibt sehr viele Gründe dafür. Zu den häufigsten gehören vor allem

  • Ausführungsfehler (Baumängel)
  • mangelhafter Untergrund für Putz
  • schlecht gemischter Mörtel
  • konstruktionsbedingte Fehler (Verformungen im Putzgrund).

Die meisten Verarbeitungsfehler ergeben sich aus Zeitersparnis. Wenn Putz nämlich bei Sonne ohne Abschattung aufgetragen wurde, dann kann man spätere Schwindrisse bereits vorausahnen. Ungeeignete Mauerwerksteine, schlechte Qualität des Putzgrundes, unpassende Putzmaterialien, jegliche Unebenheiten im Untergrund sind ebenfalls für Risse im Putz zuständig.

Arten von Rissen

Man unterscheidet:

  • Konstruktionsbedingte Risse, die ausschließlich im Putz entstehen
  • Putzbedingte Risse, die im verputzen Bauteil zu sehen sind
  • Konstruktions- und putzbedingte Risse, die sowohl im verputzen Bauteil als auch im Putz selbst zu erkennen sind.

Konstruktionsbedingte Risse

Deformationen der Konstruktion, Verformungen durch Schwindungen, temperaturbedingte Volumenänderungen des Putzgrundes verursachen konstruktionsbedingte Risse. Sie belasten die Putzschale sehr und führen unter anderem zu unterschiedlicher Putzfestigkeit. Auch kurze Bauzeiten und unzureichende Austrocknung des Rohbaus erhöhen das Risiko für die Entstehung von konstruktionsbedingten Rissen.

Putzbedingte Risse

Falsche Verarbeitung oder mangelhafter Putzmörtel führen zu putzbedingten Rissen. Darunter fallen:

  • Sackrisse
  • Schwindrisse
  • Schrumpfrisse
  • Fettrisse.

Sackrisse erkennen Sie an kurzen, überwiegend horizontal durchhängend verlaufenden Rissen mit einer Länge von ca. 10-20 cm. Sie entstehen schon im elastischen Mörtel, wenn z.B. der Putz zu dick aufgetragen wird. Schrumpfrisse sind netzförmige, welche nur ein paar Stunden nach dem Auftragen des Putzmörtels entstehen. Schwindrisse reichen meisten bis zum Putzgrund und haben eine netzförmige oder verzweigte Form. Sie sind nach ca. 2 Monaten nach Abschluss der Putzarbeiten sichtbar. Fettrisse sind kurze, nur an der Putzoberfläche auftretende Haarrisse.

Konstruktions- und putzbedingte Risse

Zu der Gruppe von konstruktions- und putzbedingten Rissen gehören Kerbrisse und Fugenrisse. Die ersten gehen meist diagonal von eckigen Putz- und Maueröffnungen aus. Fugenrisse verfügen dagegen über ein regelmäßiges Rissbild, welches den Fugenverlauf des Mauerwerks nachbildet.

Nachbesserung von Putzrissen

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Bevor Sie mit der Putzsanierung anfangen, müssen Sie  den Untergrund analysieren lassen. Dabei prüft ein Bausachverständiger

  • die Festigkeit des Altputzes
  • das Saugverhalten der vorhandenen Beschichtung
  • die Fläche durch Abklopfen auf Hohlstellen
  • die Haftung der Schichten.

Anhand der gesammelten Informationen entscheidet er, welche Sanierungsmethode Anwendung findet. Zur Wahl stehen Einzelrisssanierung und die flächige Risssanierung.

Bei einer Einzelrisssanierung geht es im Prinzip um 3 Methoden: starrer Rissverschluss bei Kerbrissen, Rissüberbrückung mit einem Putz im Mauerwerk und flexibler Rissverschluss, wo der Riss in eine Dehnungsfuge umgewandelt wird.

Eine flächige Risssanierung der Fassade umfasst den Einsatz von

  • organischen, rissüberbrückenden Beschichtungssystemen (Fassadenanstriche auf Kunstharzbasis)
  • mikroporösen, füllenden Beschichtungssystemen (Füllung von Rissen)
  • mineralischen Oberputzen (Überdeckung der Risse)
  • mineralischen Oberputzen mit einer mineralischen, gewebearmierten Spachtelung.

Im Zuge der Sanierung kommen auch Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) oder vorgehängte Fassadensysteme in Frage – auch wenn sich hartnäckig der Mythos hält, diese verhinderten das „Atmen“ der Wände. Ob dies tatsächlich der Fall ist, klären wir in diesem Blogartikel!

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